Archiv für Oktober 2009

Rumours, gossip and bullying

Samstag, 10. Oktober 2009

“Ich habe gehört, dass …”, “Wussten Sie eigentlich, …”, “Ich bin mir zwar nicht sicher, aber …” – kennen Sie solche Sätze aus ihrem Betrieb?

Natürlich kennen Sie solche Sätze. Gerüchte und Klatsch sind das Salz in der Suppe in der Arbeitswelt - mit Spitzenwerten unmittelbar nach Betriebsfeiern und im Sommerloch. Gerüchte verbreiten sich über das unschlagbarste Medium der Kommunikation, den Flurfunk, binnen kürzester Zeit. Moderne eMail-Systeme mit der Anforderung einer Lesebestätigung und der Kennzeichnung als dringliche Angelegenheit kommen da nicht mit.

Kündigungsschutzprozesse

Freitag, 09. Oktober 2009

In der heutigen Ausgabe des Morgenmagazins von ARD und ZDF wurden die teils spektakulären Verfahren der jüngsten Vergangenheit in einer Expertenrunde diskutiert. Ergänzend zu denen, in diesem Blog bereits geschilderten Prozessen, wurde nun wegen der Mitnahme einer süddeutschen Teigspezialität gekündigt – was dem Westfalen seine Frikadelle ist, ist dem Süddeutschen eben die Maultasche. Das Ergebnis ist das Gleiche, die Parteien treffen sich vor dem Arbeitsgericht.

Eins steht fest – bei durchschnittlichen Prozessdauern von vier Monaten in den Gerichtsbezirken Bonn und Köln, schafft allein der zusätzliche Zeitfaktor Probleme. Können sich Parteien nach langer Zeit die Hand reichen und möglicherweise weiter zusammen arbeiten? Was passiert in der Zwischenzeit? Wartet man ab? Oder sollten die Betroffenen bereits Bewerbungen führen und parallel eine Abfindung aushandeln? Eine schwierige und generell kaum zu beantwortende Frage.

Kündigung wegen Bagatell-Diebstahls

Mittwoch, 07. Oktober 2009

Der nächste spektakuläre Kündigungsschutzprozess geht durch die Medien. Eine Mitarbeiterin hat ihren Job verloren, weil sie eine Frikadelle verspeiste. Die Frau arbeitete 34 Jahre lang in bei ihrem Dortmunder Arbeitgeber, dem Bauverband Westfalen. Jüngst wurde einem Angestellten nach 14 Jahren gekündigt, weil er sein Mobiltelefon aufgeladen hatte  (Artikel vom 02.09.2009 auf diesem Blog). 

Laut Pressenachricht, bereitete die angestellte Sekretärin einen Imbiss für ihren Chef und Kunden vor. Während dieser Vorbereitung verspeiste sie eine Frikadelle und ein Brötchen. Zur Rede gestellt, räumte sie den Vorwurf ein, äußerte aber, dass Brötchen und Frikadellen, die nach Konferenzen übrig blieben, von den Mitarbeitern gegessen werden dürften. Wäre sie ermahnt worden wäre, hätte sie das nie mehr gemacht. Nun wird der Fall vor dem Arbeitsgericht verhandelt. 

Ermahnung, Abmahnung und Kündigung – Teil 1

Mittwoch, 07. Oktober 2009

Urplötzlich treten Schwierigkeiten auf. Arbeitnehmer verstoßen gegen Leistungspflichten, kommen unpünktlich oder werden unzuverlässig. Mal abgesehen von den eher seltenen Fällen der Entbehrlichkeit einer Abmahnung und dem direkten Ausspruch einer Kündigung, geht dem Ausspruch der Kündigung meist eine logische Reihenfolge von vorbereitenden Maßnahmen voraus.

In aller Regel werden Arbeitgeber zunächst ein anlassbezogenes Kritikgespräch mit dem Betroffenen führen und ihn auf sein Fehlverhalten oder schlechtere Arbeitsleistungen hinweisen. Es liegt auf der Hand, dass ein solches Gespräch nicht als Kündigungsandrohung zu werten ist und von den Arbeitsgerichten auch nicht dementsprechend gewürdigt wird. Kritikgespräche, aber auch Leistungsbewertungen in den turnusmäßig stattfindenden Halbjahres- oder Jahresgesprächen, dienen der Orientierung, sollen Verbesserungen bewirken und Lösungsansätze aufzeigen, von denen beide Parteien profitieren. In kündigungsrechtlicher Hinsicht sind sie grundsätzlich bedeutungslos.

Bewerberauswahl – Teil 2

Freitag, 02. Oktober 2009

Sie haben sich für eine Liste von acht Kandidaten entschieden, die anderen Bewerbungsmappen für den Rückversand präpariert, möglicherweise bereits eine innere Vorauswahl für die in Frage kommenden Kandidaten vorgenommen?

Haben Sie vielleicht ein kurzes Telefoninterview geführt? Wenn ja, warum? Und wenn nicht – ist es entbehrlich? Vorausgesetzt, ihre Liste ist bereits von 100 Bewerbungen auf 15 geschrumpft – was hindert Sie eigentlich daran, mit diesen Kandidaten ein kurzes unangekündigtes Sondierungsgespräch von zehn Minuten zu führen, um sich danach für die Besten zu entscheiden, die Sie tatsächlich einladen wollen?

Meetings – Dummdeutsch-Bingo

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Mittwoch war immer Meeting-Tag. Oder nennen Sie es von mir aus Besprechungs-Tag. Punkt 10.00 Uhr, im kleinen Konferenzraum. Dienstags bekam man den Ablaufplan, der allerdings irgendwann zu einer Agenda mutierte. Einer Agenda, die gelegentlich zwei Tagesordnungspunkte enthielt. Ich hatte mir unter einer Agenda immer etwas Großes vorgestellt. Nun denn.

In besonderer Erinnerung ist mir ein Meeting mit einem! Tagesordnungspunkt geblieben, der den Titel “Brainstorming für das neu zu entwickelnde Organigramm” hatte. Ich habe Brainstorming schon immer für ein vollkommen uneffizientes und zeitraubendes Verfahren des Meinungsaustausches verstanden, bei dem man allerdings prima alles mögliche Andere erledigen konnte, ohne dass es überhaupt jemandem aufgefallen wäre.