Archiv für April 2010

Mitwirkungspflichten

Dienstag, 27. April 2010

Arbeitnehmer sind verpflichtet, der Aufforderung zur Untersuchung beim Amtsarzt nachzukommen. Die Nichtbefolgung kann eine außerordentliche Kündigung nach sich ziehen. Das Landesarbeitsgericht hat gerade die Kündigungsschutzklage einer schwerbehinderten Frau abgewiesen, die als Schreibkraft in einer Behörde beschäftigt war.

Der Arbeitgeber hatte wegen schlechter Leistungsfähigkeit und psychisch bedingter Probleme der Mitarbeiterin zunächst eine vertrauensärztliche Untersuchung angeordnet. Hierbei wurden erhebliche Zweifel an der Erwerbsfähigkeit der Arbeitnehmerin geäußert. Das Gutachten ging von einer massiven Einschränkung der Erwerbsfähigkeit aus.

Nachfolgend wurde die Arbeitnehmerin zu einem Präventionsgespräch im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements eingeladen. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass ein weiteres Gutachten eingeholt werden müsse. Sie wurde zudem darauf hingewiesen, dass sie den angesetzten Untersuchungstermin wahrzunehmen habe und zur Mitwirkung verpflichtet sei. 

Bewerbungsstrategien

Montag, 19. April 2010

Wer auf einen neuen Job wartet, der wartet – und zwar in der Regel meist lange und ohne Erfolg. Es soll sie tatsächlich noch geben, die Arbeitssuchenden, die ausschließlich auf die BA für Arbeit vertrauen und sich der Illusion hingeben, sie bekämen eine adäquate Position angeboten. Vergessen Sie es.  Wer zu einem Zitronenfalter geht, erhält auch keine gefalteten Zitronen …

Eigeninitiative ist gefragt – kontaktieren Sie private Jobvermittler, gehen Sie zu Zeitarbeitsfirmen, nutzen Sie Outplacement-Angebote, falls ihr alter Arbeitgeber ein entsprechendes Angebot macht. Optimieren Sie ihre Bewerbungsunterlagen und bilden Sie sich nebenher weiter, vielleicht und gerade auch in Bereichen, die nichts mit ihrem Beruf im engeren Sinne zu tun haben. Speed-Reading-Kurse, Mind Mapping und Rhetoriktraining sind vermutlich zielführender als die neunte Fortbildung in Powerpoint oder MS-Office.

Verteilungsgerechtigkeit

Donnerstag, 01. April 2010

Wenn Sie gerade noch eben eine Aufgabe delegieren müssen – wen betrauen Sie eigentlich mit dieser kleinen Extraarbeit? Vermutlich denjenigen, bei dem die geringsten Schwierigkeiten zu erwarten sind. Warum machen Sie das? Und was denken Ihre Mitarbeiter von Ihnen?

Erste Begründungs-Variante von Vorgesetzten: “Ich kann mich auf Sie immer verlassen und das hier ist sehr wichtig.”  Prima. Wenn man es anders formuliert: Dafür, dass man immer zuverlässig und gut arbeitet, gute Resultate erzielt uns sich niemals weigert eine Extraaufgabe zu übernehmen, bekommt man noch etwas mehr Arbeit. Ziemlich unfair.