Kündigung rechtmäßig!

Nun ist es entschieden. Das Arbeitsgericht Radolfzell hat entschieden, dass einer Arbeitnehmerin wegen der Mitnahme von Maultaschen rechtmäßig gekündigt wurde. Die Darstellung der Arbeitnehmerin, die Essensreste wären im Müll gelandet und es sei gang und gäbe, übriggebliebenes Essen zu verzehren, war ohne Auswirkung. Der Arbeitgeber hatte darauf hingewiesen, dass das Vertrauensverhältnis zerstört sei – und eine Weiterbeschäftigung unmöglich.

Die Arbeitsrichterin gab ihm Recht und widersprach im Urteil den Angaben der Klägerin. Diese habe die gefüllten Teigtaschen in einer Tasche versteckt mit nach Hause nehmen wollen. Die 58- Jährige hatte dagegen gesagt, sie habe sich die Maultaschen im Heim aufwärmen wollen. Nach einem langen Arbeitstag und vor einer anschließenden Fortbildung habe sie keine Möglichkeit gesehen, ihren Hunger auf andere Art zu stillen.

Die Arbeitnehmerin habe damit gegen die Anweisung des Arbeitgebers verstoßen habe. Die Arbeitnehmerin hatte den Standpunkt vertreten, dass angesichts ihrer langen Beschäftigung eine Abmahnung ausreichend gewesen sei. Das Arbeitsgericht hatte zuvor zu vermitteln versucht. Die Pflegerin sollte eine Abfindung von 25.000 Euro bekommen, wenn sie die Kündigung annimmt. Das lehnte die Frau jedoch ab. Sie wollte ihren Teilzeitjob behalten.

Nunmehr steht das Urteil fest. Die Arbeitsgerichte halten an ihrer Rechtsprechungspraxis fest. Auch geringfügige Diebstähle rechtfertigen fristlose Kündigungen.

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