Kündigung wegen Diebstahls

Wie oft nutzen Sie eigentlich die Steckdosen in Ihrem Büro? Und wofür? Kochen Sie sich vielleicht gelegentlich eine Tasse Tee in ihrem selbst angeschafften Wasserkocher? Seien Sie vorsichtig.

Der Fall des wegen Stromdiebstahls entlassenen Mitarbeiters ist Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Ein Arbeitgeber hatte seinem Mitarbeiter – nach vierzehn Jahren Betriebszugehörigkeit – gekündigt, weil dieser sein privates Mobiltelefon am Arbeitsplatz aufgeladen hatte und sich somit – nach Auffassung des Arbeitgebers – des Stromdiebstahls strafbar gemacht hatte. Der zu zahlende Preis für das Aufladen liegt bei unter einem Cent.

Bei derartigen Größenordnungen muss man sich zwangsläufig mit dem Gedanken der Geringfügigkeit auseinander setzen. Es entspricht allerdings gefestigter und höchstrichterlicher Rechtsprechung, dass die Entwendung geringfügiger Werte bereits eine Kündigung rechtfertigen kann. So ist eine Bäckereifachverkäuferin wegen des unerlaubten Verzehrs eines Stückchen Bienenstichs, eine andere Verkäuferin wegen der Unterschlagung eines Getränkepfandbons im Wert von 1,30 Euro entlassen worden. Die Kündigungen, die zudem in beiden Fällen außerordentlich, also fristlos, erfolgten, hielten der Überprüfung durch die Berufungsgerichte stand.

Nun bleibt – nachdem die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht erfolglos geblieben ist – abzuwarten, wie das Gericht in der mündlichen Verhandlung im Spätherbst entscheiden wird.

verwandte Artikel:

  1. Kündigung wegen Bagatell-Diebstahls
  2. Kündigung wegen Rauchens am Arbeitsplatz
  3. 80 Cent
  4. Kündigung rechtmäßig!
  5. Kündigungsschutzprozesse

Tags: , ,

Hinterlasse eine Antwort