Kündigungsschutzprozesse

In der heutigen Ausgabe des Morgenmagazins von ARD und ZDF wurden die teils spektakulären Verfahren der jüngsten Vergangenheit in einer Expertenrunde diskutiert. Ergänzend zu denen, in diesem Blog bereits geschilderten Prozessen, wurde nun wegen der Mitnahme einer süddeutschen Teigspezialität gekündigt – was dem Westfalen seine Frikadelle ist, ist dem Süddeutschen eben die Maultasche. Das Ergebnis ist das Gleiche, die Parteien treffen sich vor dem Arbeitsgericht.

Eins steht fest – bei durchschnittlichen Prozessdauern von vier Monaten in den Gerichtsbezirken Bonn und Köln, schafft allein der zusätzliche Zeitfaktor Probleme. Können sich Parteien nach langer Zeit die Hand reichen und möglicherweise weiter zusammen arbeiten? Was passiert in der Zwischenzeit? Wartet man ab? Oder sollten die Betroffenen bereits Bewerbungen führen und parallel eine Abfindung aushandeln? Eine schwierige und generell kaum zu beantwortende Frage.

Da die betroffenen Arbeitnehmer mittlerweile auch namentlich bekannt sind, dürften sich Vorstellungsgespräche zum Teil schwierig gestalten – denn es entspricht langjähriger und gesicherter Rechtsprechung, dass bei Eigentumsdelikten Kündigungen – auch nur bei schwerwiegendem Verdacht – in aller Regel rechtmäßig und vorangehende Abmahnungen nicht zwingend erfoderlich sind. Man sollte sich gut überlegen, ob man einen firmeneigenen Bleistift mit nach Hause nimmt.

Im Falle des Stromdiebstahls wegen Aufladen eines Mobiltelefons hat der Arbeitgeber übrigens erfreulicherweise die Kündigung zurück genommen.

verwandte Artikel:

  1. Kündigung wegen Diebstahls
  2. Kündigung wegen Bagatell-Diebstahls
  3. 2.000.000 Euro!
  4. Kündigung rechtmäßig!
  5. Testverfahren im Assessment-Center – Teil 1

Tags: , , , , ,

Hinterlasse eine Antwort