Arbeitsverträge – Inhalt und Wirkungen Teil 1

Auf einem jüngst absolvierten Arbeitsrechtseminar wurde den Teilnehmern die Frage nach der Kenntnis von Details ihres Arbeitsvertrages gestellt. Die Antwort war erschreckend. Nicht ein Drittel der Anwesenden wusste, was tatsächlich festgeschrieben war. Diese Unkenntnis kann fatale Folgen haben, denn längst nicht immer sind die Übereinkünfte und Absprachen aus dem Jobinterview und Vorstellungsgespräch schriftlich taxiert.

Es lohnt sich, einmal den genauen Blick auf die Inhalte zu richten. Eine häufig auftauchende Frage ist die des Arbeitsortes. Wo muss ich eigentlich überall arbeiten? Ist ein fester Ort genannt oder findet sich ein Passus, der es dem Arbeitgeber erlaubt, Arbeitnehmer auch in anderen Zweigniederlassungen oder Filialen einzusetzen, möglicherweise gar an fremden Orten? Und was ist in diesem Zusammenhang zumutbar?

Darüber hinaus ist auch der Leistungsinhalt des Vertrages oft nicht exakt definiert. Wann ist man als Arbeitnehmer verpflichtet, auch andere oder zusätzliche und zumutbare, den Fähigkeiten entsprechende Aufgaben zu übernehmen? Oder einfacher formuliert: Wie genau ist das Stellenprofil beschrieben? Muss ich als Sachbearbeiter auch schon einmal andere Dienste leisten, etwa in der Registratur aushelfen?

Eine besondere Beachtung verdient auch die Festschreibung der Vergütung. Neben dem Festgehalt können variable Bestandteile eine große Bedeutung erlangen. Wie ist es mit Zuschlägen, Erfolgsprovisionen, Tantiemen, Boni und Sachleistungen? Haben Sie Ansprüche auf Deputate oder verbilligten Personaleinkauf? Grundsatz: Was nicht schriftlich vereinbart wurde, ist in aller Regel auch schwer durchsetzbar.

(Dieser Artikel wird fortgesetzt.)

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