Entspannt durch den Arbeitstag

Es gibt Menschen, die in jeglicher Situation ruhig, gelassen und souverän wirken. Vorstellungsgespräche sind für sie eher Ansporn als Grund zur Aufregung, Präsentationen scheinen das tägliche Brot und Kritikgespräche allenfalls eine positive Herausforderung zu sein. Man glaubt diesen Menschen gerne, hört ihnen zu und vertraut ihnen.

Have a break ...

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Natürlich sind auch diese Kollegen und Kandidaten nicht stressresistent von Geburt an. In aller Regel haben sie aber Techniken, die weiterhelfen. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass sie redegeübt sind, eine angemessene Körpersprache verinnerlicht haben, die Psychologie des großen Publikums kennen (William Lamers: “The making of a speaker” ) und fachlich auf einem guten Stand sind, machen solche Menschen zusätzlich etwas, um sich in die für sie günstigste Position zu bringen.

Vereinfacht gesagt, sollte man schwierige Prozesse auf die Uhrzeiten legen, an welchen man am leistungsfähigsten ist. Gehaltsverhandlungen sind nichts für den frühen Montagmorgen. Ich kenne Menschen, die ausgiebig Ausdauersport am Vortag machen, die autogenes Training absolvieren und Köln oder Bonn auf Joggingschuhen erkunden, oder sich eine progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen gönnen. Erlaubt ist, was hilft.

Führen Sie Konfliktgespräche oder Stressinterviews nie aus dem Stegreif, lassen sie sich nicht überrumpeln und zwischen Tür und Angel erwischen. Es gibt immer eine Möglichkeit, eine für sie günstigere Ausgangslage zu schaffen und die Zeit bis dorthin zur Vorbereitung und Entspannung zu nutzen. Wenn Sie um 14.00h ein wichtiges und richtungsweisendes Gespräch führen müssen, dann seien Sie ab 13.45h nicht mehr erreichbar, führen Sie keine Telefonate mehr und fertigen Sie keine Jahresbilanzen, sondern richten Sie ihre Arbeitsabläufe so ein, dass Ihnen im entscheidenden Moment nichts in die Quere kommen kann.

Ganz entscheidend ist aber die Simulation von Stresssituationen außerhalb der Bürozeiten. Wer übt, gewinnt. Präsentationen sind dann gut, wenn Sie entspannt und souverän vortragen – und nicht wenn Sie eine Power-Point-Präsentation im Stile eines Daumenkinos durchführen. Gehaltsverhandlungen oder Aufstiegsbewerbungen sind vielversprechender, wenn Sie nicht gehetzt wirken. Oberste Maxime: Ruhig sitzen, einen Kaffee nicht ausschlagen und am Keks knabbern, wenn mal gerade eine Denkpause nötig ist.

“Können wir noch gerade eben …” Nein, in aller Regel können Sie nicht, wenn Sie nicht wollen, und der Punkt nicht auf der Agenda stand. Manövrieren Sie sich mit einem charmanten: “Darüber würde ich mir gerne noch kurz Gedanken machen …” aus der Situation. Vorbereitung ist oftmals alles.

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