Kleine Gesten

Vieles lässt sich leicht trainieren. Man kann sich im Vorfeld von Vorstellungsgesprächen Gedanken über Inhalte und Strategien machen, man kann sich über Unternehmen und Branche informieren, man kann Small-Talk üben – damit man einen guten und angenehmen Eindruck hinterlässt.

Gleichwohl reicht das nicht. Es sind die kleinen Bewegungen mit den Augen und den Händen, die einen Lügen strafen, die Aussagen konterkarieren, die von Nervosität und Unbeherrschtheit zeugen und die dem Personalverantwortlichen signalisieren: Jetzt checkst Du den Kandidaten mal auf Herz und Nieren.

Es ist der schnelle Blick zur Seite, die abschneidende Handbewegung, das Zurückrutschen im Stuhl, manchmal gar der ausgestreckte Zeigefinger, der die wahren Emotionen verrät – und der aussagekräftiger als jeder gesprochene Satz ist. Kandidaten, die sich auf einen Job bewerben, beherrschen das nonverbale Management oftmals nicht gut.    

Die gute Nachricht: Körperhaltung und Beherrschung von Hand und Kopf lassen sich gut üben. Es gibt Techniken, die entlarvende Gesten minimieren. Mit diesem Ansatz lässt sich bereits ein Großteil von vermeintlichen Fehlern vermeiden. Die schlechte Nachricht: Ihre Augen lassen sich nur mit hohem Aufwand trainieren. Ausweichende Blicke bei unangenehmen Fragen sind in Jobinterviews an der Tagesordnung - in diesem Moment lohnt es sich jedenfalls einmal nachzubohren, wenn man als Interviewer der Sache auf den Grund gehen möchte.

Bei manchen Bewerbern hilft nur noch der Blues-Brothers-Look: Sonnenbrille und Hut – oder aber Training.

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