2.000.000 Euro!

Es ist ein Paukenschlag! Eine ehemalige Arbeitnehmerin verklagt einen deutschen Großkonzern auf 2 Millionen Euro Schmerzensgeld und Ersatz sonstiger Vermögensschäden wegen im Betrieb erlittenen Mobbings, hier im speziellen in der Form des Bossings. Der Fall, der vom dem Arbeitsgericht in Nürnberg verhandelt wird – und der prädestiniert dafür ist, durch alle Instanzen zu laufen – ist allein schon wegen der hohen Geldforderung ungewöhnlich. Die bis dahin höchste zugesprochene Summe betrug 500 T€, die ein Versicherungskonzern wegen Diskriminierung einer Angestellten zahlen musste. Der Nürnberger Prozess setzt also neue Maßstäbe.

2006 trat das Antidiskriminierungsgesetz in Kraft, in welchem eine Benachteiligung aufgrund der Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder einer Behinderung mit Strafe bewehrt ist. Arbeitgeber tun also gut daran, derartigen Tendenzen im Betrieb frühstmöglich entgegen zu wirken, möchten sie sich nicht einer hohen Schadensersatzforderung ausgesetzt sehen.

Im aktuellen Fall wurde die Arbeitnehmerin über Jahre schikaniert und aufgrund ihrer ethnischen Herkunft und ihres Geschlechts beleidigt und diskriminiert. Diese Demütigungen sind zum Teil durch eMail-Ausdrucke dokumentiert und offenbaren das erschreckende Ausmaß der Attacken.

Im Schnitt haben Gerichte den Betroffenen - bei entsprechenden Beweislagen - Entschädigungssummen von etwa vier oder fünf Monatsgehältern zugesprochen. Wer als Arbeitgeber seinen Fürsorgepflichten nicht nachkommt und seine Arbeitnehmer nicht schützt, ist – nach gefestigter Auffassung der Gerichte – in der Pflicht, Schadensersatz zu leisten.

Im aktuellen Fall geht es um mehr – es geht um Wertvorstellungen, Prinzipien und die Theorie, dass die zu zahlende Summe den Konzern auch schmerzen muss, damit zukünftig entschiedener gegen Mobbingattacken vorgegangen wird. Wie das Gericht letztendlich entscheiden wird, bleibt abzuwarten.

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