On the woodway?

Neulich ist mir eine Mechanik an meiner Gitarre gebrochen. Ich bin zu einem Instrumentenbauer nach Bonn gefahren, der ausschließlich Gitarren restauriert und repariert. Aus gutem Grund – der Mann war Fachmann. Seinen Job hat er glänzend erledigt. Ähnliches könnte ich von meiner Zahnärztin, meinem Rhetoriktrainer und dem Fliesenleger sagen, der neulich unser Gäste-WC renovierte. Jeden dieser Dienstleister würde ich sofort weiter empfehlen.

Was aber, wenn man mal gerade keinen Fachmann weiss und sich via Internet auf die Suche begeben muss? Greife ich auf die Google-Adds zurück? Lasse ich mich vom herausstechenden Internetauftritt blenden oder hake ich nach? Bei vielen Handwerksberufen dürfte allein durch die Ausbildung eine Grundqualifikation vorliegen, ebenso bei Rechtsanwälten, Ärzten oder Architekten. Wie ist es aber im weiten Feld der nicht geschützten Berufsbezeichnungen, wie “Coach”, “xy-Trainer” oder ”Eigenmarketing-Experte”? Wie finden Sie dort den für Ihre Bedürfnisse passenden und richtigen Anbieter? Und verlieren Sie sich nicht auf dem Weg?

Track to nowhere

Track to nowhere

Erster Tipp: Fragen Sie nach der Vita des Anbieters, falls Sie nicht aus dem Internetauftritt ersichtlich ist und lassen Sie sich nicht von Schlagwörtern blenden. Wer Teamcoaching in der Arbeitswelt anbietet, aber nie in einem größeren Unternehmen mit hierarchischen Strukturen gearbeitet hat, wäre nicht meine erste Wahl. Bewerbungstrainer sollten aus dem HRD kommen und einen entsprechenden Background haben. Wer in der jüngsten Vergangenheit einmal ein Vorstellungstraining bei der Agentur für Arbeit absolviert hat, weiss, wovon ich spreche. Der positive Aspekt dort ist allenfalls, dass es nicht mit Kosten verbunden ist.

Wie flexibel ist Ihr potenzieller Anbieter? Wer mit Ihnen ein Rhetoriktraining absolviert, sollte auf Ihre Wünsche eingehen – und keine starren Vorgaben machen. Nicht jeder kann sofort in eine Kamera sprechen – bei vielen Kunden ist sie aber gewünscht und muss im Angebot enthalten sein.

Ein weiterer Ansatz ist: Lassen Sie sich doch von Ihrem Ansprechpartner einmal definieren, was er in seinem Portfolio aufführt, selbstverständlich erst, wenn Sie sich über die entsprechenden Begriffe via Wikipedia informiert haben.  Wer im Bereich der Lehr- und Lernkultur mit dem Begriff “Entwicklung von Methodenkompetenz” wirbt, muss wissen, was dies tatsächlich ist, Anlageberater müssen den Hedge Fund Research kennen und Vorstellungstrainer Begriffe wie “Postkorb-Übung”, “strukturiertes Interview” und “Assessment-Center” im erklärungsfähigen Repertoire haben. 

Sie wollen Ihr Englisch verbessern? Gut. Trainieren Sie mit einem Muttersprachler, die Angebote bei den öffentlichen Bildungseinrichtungen und gewerblichen Anbietern sind breit gefächert. You are not on the woodway, if the teacher is a native speaker, oder so ähnlich. Die Universitäten zu Bonn und Köln bieten Tandem-Lernen an. Interessenten bringen einem englischsprachigen Studenten Deutsch bei und er Ihnen Englisch, ein kostenfreies Joint-Venture der unkomplizierten Art.

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