Pareto!

Kommen Sie häufig schnell vorwärts und scheinen vor Ihnen liegende Aufgaben bereits fast gelöst zu sein – und müssen Sie dann feststellen, dass Sie für die letzten Details eine unverhältnismäßig lange Zeit benötigen? Trösten Sie sich. Das ist normal!

Machen Sie sich das Phänomen der Pareto-Verteilung klar. Diese Theorie beschreibt das statistische Phänomen, wenn eine kleine Anzahl hoher Werte einer Wertemenge mehr zu deren Gesamtwert beiträgt, als die restliche und große Anzahl der kleinen Werte dieser Menge. Oder anders gesagt: Die gut sichtbare Grobarbeit schreitet schnell voran, das Feintuning frisst Zeit!

Das Pareto-Prinzip besagt, dass sich viele Aufgaben mit einem Einsatz von ca. 20 -30% so erledigen lassen, dass 70-80 % aller Probleme gelöst werden. Also: Nach einem Viertel der Zeit sind drei Viertel der Probleme gelöst, die korrespondierenden Arbeiten erledigt und inhaltlich abgehakt.

Hier liegt auch das eigentlich Problem. Für das restliche – und oftmals unwesentlich erscheinende – letzte Viertel benötigen Sie 75% der Zeit! Überlegen Sie jetzt, dass letzte Viertel weg zu lassen und Mut zur Lücke zu zeigen? Für Führungskräfte, die weniger mit Sachdetails als mit Führungsaufgaben betraut sind, ist dies in Zeiten knapper Ressourcen durchaus überlegenswert – um Details könnten sich die Mitarbeiter kümmern?!

Es ist richtig, dass sehr wenige Elemente fast den gesamten Effekt bestimmen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass Sie tatsächlich zu 75% informiert sind. Ganz gegenteilig: Sie haben ein Grobraster, einen idealisierten Überblick – aber eben keine vollständigen und gesicherten Erkenntnisse und Ergebnisse. Die erlangen Sie nur, wenn Sie bis zum Schluss durchhalten – als Ausfluss des ebenso wichtigen Stamina-Prinzips. Halbwissen ist manchmal gefährlicher als Unkenntnis!

verwandte Artikel:

  1. Aufbruch!
  2. Leitgedanke zum Start in das neue Jahr
  3. Schlüsselqualifikationen: Medienkompetenz
  4. Verteilungsgerechtigkeit
  5. Schwere Bürde

Tags: , , ,

Hinterlasse eine Antwort