Rumours, gossip and bullying

“Ich habe gehört, dass …”, “Wussten Sie eigentlich, …”, “Ich bin mir zwar nicht sicher, aber …” – kennen Sie solche Sätze aus ihrem Betrieb?

Natürlich kennen Sie solche Sätze. Gerüchte und Klatsch sind das Salz in der Suppe in der Arbeitswelt - mit Spitzenwerten unmittelbar nach Betriebsfeiern und im Sommerloch. Gerüchte verbreiten sich über das unschlagbarste Medium der Kommunikation, den Flurfunk, binnen kürzester Zeit. Moderne eMail-Systeme mit der Anforderung einer Lesebestätigung und der Kennzeichnung als dringliche Angelegenheit kommen da nicht mit.

Wer glaubt, die Anzahl konsumierter Gläser auf einer Betriebsfeier bliebe verborgen, irrt. Wer so dumm ist, nach der Betriebsfeier noch gerade sein Büro aufzusuchen, und sei es nur, um den Mantel zu holen, kann gewiß sein, er sei in Begleitung gewesen, und zwar gerade dann, wenn dies nicht der Fall war. Fahrgemeinschaften verschiedenerlei Geschlechts erzeugen Gesprächsstoff. Die Ansätze sind mannigfaltig.

Gerüchte und Klatsch sind schmerzhaft, und dies fast ausschließlich für die Betroffenen. Die Machiavellis unter den Arbeitnehmern sind sich ihrer Macht bewusst. Ich bin mir sicher, dass Karrieren eher durch Gerüchte, Klatsch und latentes Mobbing zerstört werden als durch mäßige Arbeitserfolge, und zwar gerade auch dann, wenn die im Klatsch verbreiteten Behauptungen mit dem beruflichen Weiterkommen überhaupt nicht im Zusammenhang stehen. Ich erinnere mich an einen Kollegen, der sich auf einem Betriebsausflug etwas intensiver um eine Kollegin bemühte, aus welchen Gründen auch immer. Und am nächsten Tag? “Haben Sie gesehen, wie sehr der Kollege aus Köln sich um die Neue gekümmert hat? Und ich dachte immer, der sei homosexuell …” Tja, das ist doppelt schäbig.

Was das Gefährliche an Gerüchten ist? Man bekommt sie nicht beseitigt. Spätestens beim nächsten Betriebsausflug erinnert man sich wieder an den Kollegen aus Köln. Mit hundertpozentiger Sicherheit. Gerüchte sind wie Bumerangs und ebenso zielsicher, wenn sie dosiert plaziert oder gestreut werden.

Und eine Steigerung ist möglich! Haben Sie schon einmal erlebt, wie ein kleiner Zirkel zusammen stand und lachte und das Gespräch blitzartig erstarb, als eine Kollegin dazu trat? Vielleicht gerade die Kollegin, die einen raschen Aufstieg in der Firma gemacht hat, bei Meetings durch ihre Rhetorik besticht und als kommende Führungskraft gehandelt wird? Man wird ihr irgendeine Art von besonderer Beziehung unterstellen, ich möchte viel Geld verwetten.

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