Verteilungsgerechtigkeit

Wenn Sie gerade noch eben eine Aufgabe delegieren müssen – wen betrauen Sie eigentlich mit dieser kleinen Extraarbeit? Vermutlich denjenigen, bei dem die geringsten Schwierigkeiten zu erwarten sind. Warum machen Sie das? Und was denken Ihre Mitarbeiter von Ihnen?

Erste Begründungs-Variante von Vorgesetzten: “Ich kann mich auf Sie immer verlassen und das hier ist sehr wichtig.”  Prima. Wenn man es anders formuliert: Dafür, dass man immer zuverlässig und gut arbeitet, gute Resultate erzielt uns sich niemals weigert eine Extraaufgabe zu übernehmen, bekommt man noch etwas mehr Arbeit. Ziemlich unfair.

Zweite Begründungs-Variante: “Wer sollte es sonst machen, sie wissen um die schwierige Situation von Frau B?” Okay. Dafür, dass die Anderen sich mit sozialen Begründungen ohnehin häufig aus der Verantwortung stehlen, wenn es um reguläre Aufgaben geht, werden sie erst recht dann entlastet, wenn es um zusätzliche Aufgaben geht. Das ist natürlich grausam logisch.

Dritte Begründungsvariante: “Ich habe leider keine Zeit, um lange über die Delegierung nachzudenken und würde daher einfach sie bitten.” Noch besser. Dieser Satz dauert immer gleich lang, egal, welcher Mitarbeiter ihn nun gerade zu hören bekommt. Warum also immer das gleiche Opfer?

Tatsächlich gibt es keine Begründung für die Auswahl und Belastung der immer gleichen Kollegen. Es ist nur einfacher.  Ganz gleich, welche Begründungsvariante man gesagt bekommt, der Vorgesetzte scheut den offenen Konflikt, der mit hundertprozentiger Sicherheit aufflammen würde, wenn er Zusatzaufgaben nach einem transparenten, alle gleich belastenden, Schlüssel verteilen würde.

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