Do`s and Don`ts im Jobinterview

Ein Vorstellungsgespräch ist kein Grund zur Sorge. Ganz gegenteilig: Sie erhalten die Chance, etwas in Ihrem Leben beruflich zu verändern und Ihre Karriere voran zu treiben. Jetzt müssen Sie es nur noch gut machen.

In vielen Ratgebern können Sie nachlesen, was Sie dürfen – und vor allem, was Sie nicht dürfen. “Seien Sie nicht unpünktlich. Achten Sie auf Ihre Kleidung. Seien Sie zugewandt. Ihr Vorstellungsgespräch beginnt bereits am Empfang.” -  Tja, Wasser ist nass und nachts ist es dunkel. Mit der Einhaltung derartiger Selbstverständlichkeiten kommen Sie nicht weit, deren Beachtung ist vielmehr unabdingbare Grundvoraussetzung.

Jetzt wird es schwieriger: Dürfen Sie den Interviewer unterbrechen? Möglicherweise schon, vor allem, wenn eine Dauer von einer Stunde angekündigt wurde, bereits ein Großteil davon verstrichen ist und Ihr Gegenüber immer noch über die letzten Verästelungen in der Firmenstruktur referiert. Irgendwann werden Sie sich ja auch präsentieren wollen, und möglicherweise ist ein langer Monolog taktisches Kalkül. Wann unterbricht die Kandidatin endlich?

Buller Gorge Swingbridge

Buller Gorge Swingbridge

Machen Sie sich klar: Sie sind allein, wissen nicht, was Sie erwartet und das rettende Ufer ist manchmal fern. Das Entscheidende ist jetzt, dass Sie ruhig, aber zügig weitergehen und ihr Können unter Beweis stellen! Vorstellungsgespräche sind – im wahrsten Sinne des Wortes – Drahtseilakte. 

Dürfen Sie widersprechen? Müssen Sie alle Fragen beantworten? Vor vielen Jahren habe ich mich bei einer Bundesbehörde vorgestellt und im fortgeschrittenen Stadium des Vorstellungsgespräch eine Frage nicht beantwortet, weil sie in jeglicher Hinsicht unzulässig war. Wenige Minuten später wurde die Frage – leicht umformuliert – erneut gestellt. Ich habe gelächelt und darauf hingewiesen, dass die Frage sich wiederholt. Noch einige Minuten später kam die Frage erneut. Ich habe daraufhin angekündigt, das Vorstellungsgespräch von meiner Seite aus zu beenden, wenn man meine Weigerung weiterhin ignorierte. Erstaunlicherweise – oder auch vielleicht doch nicht so verwunderlich – wurde ich zur zweiten Bewerbungsrunde eingeladen. Fazit: Sie müssen also nicht alles mit sich machen lassen, sie müssen aber eine solche Grenzüberschreitung ruhig, sachlich und freundlich monieren.

Neben unzulässigen Fragen gibt es die Kategorie: Seltsame Frage – was wird damit bezweckt? Diese Fragen müssen sie beantworten, unter Umständen können sie die Beantwortung zurückstellen lassen, wenn Ihnen gerade nicht einfällt, welche berühmte Persönlichkeit Sie gerne gewesen wären? Mahatma Gandhi, Amelia Earhart oder Helmut Rahn – und warum eigentlich?

Und sonst? Wann dürfen Sie sich setzen? Dürfen Sie eine Tasse Kaffee ausschlagen, wenn sich die Quecksilbersäule des Thermometers in lichten Höhen bewegt? Und ganz schwierig: Dürfen Sie den Personalverantwortlichen verbessern? Fast jeder würde nun sagen, dass man dies keinesfalls dürfe.  Wenn Sie es charmant machen und dezent lächeln, dürfen Sie es durchaus! “Ich dachte immer, Dell sei eine amerikanische Firma …”. Möglicherweise ist ja ein solcher Fehler bewusst gesetzt.

Was sie aber auf jeden Fall vermeiden sollten, ist die schnelle Beantwortung jeder Frage, selbst wenn Sie perfekt vorbereitet sind. Streuen Sie doch gelegentlich ein “Das muss ich kurz drüber nachdenken …!” ein. Der Interviewer kann ruhig glauben, er habe Ihnen eine gewaltige Nuss zu knacken gegeben. Und seien Sie versichert – es gibt bei den meisten Fragen kaum ein eindeutiges Richtig oder Falsch, aber immer die Gelegenheit ruhig, souverän und gelassen zu wirken.

verwandte Artikel:

  1. Die erfolgreiche Bewerbung
  2. Gabeltest
  3. Kleine Gesten
  4. Loyalitätsprinzip
  5. Bewerbungstraining – Teil 2

Tags: , , , , ,

Hinterlasse eine Antwort