Rollenspiele

Nachfolgendes Rollenspiel fand in einem kürzlich ausgerichteten Assessment-Center für Führungskräfte, die sich auf eine Position mit Führungsverantwortung für bis zu achtzig Mitarbeiter beworben hatten, Anwendung:

Aufgabentext:

In ihrem Unternehmen herrscht absolutes Alkoholverbot. Selbst bei Betriebsfeiern ist der Konsum von Alkohol nur zulässig, wenn dies von der Geschäftsführung in Absprache mit dem Betriebsrat ausnahmsweise genehmigt wird. Dies ist in den letzten Jahren nur bei Betriebsausflügen, – und dann auch erst ab 18.00h- sowie bei Weihnachtsfeiern der Fall gewesen.

Sie sind der  Stellvertretende Abteilungsleiter Herr Becker und vertreten nun schon seit vier Wochen die dauererkrankte Abteilungsleiterin, Frau Bosmann.

 

Ihre Mitarbeiterin, Frau Michels, ist im vergangenen Jahr für drei Monate ausgefallen, weil sie eine Entziehungskur mit anschließender Reha-Maßnahme absolviert hat. Sie haben dessen ungeachtet – und unter Außerachtlassung des Alkoholverbotes – vor sechs Wochen mit Frau Michels auf ihren Geburtstag mit einer Flasche Sekt angestoßen. Nachfolgend hat Frau Michels sich zweimal tagsüber krank gemeldet, weil ihr schlecht sei. Bei einem dieser Vorfälle hat sie erheblich alkoholbedingte Ausfallerscheinungen gezeigt.

Sie finden in einem der Aktenschränke eine angebrochene Flasche Kräuterschnaps. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Frau Michels die Flasche dort deponiert hat, da andere Kollegen dort keine Akten lagern. Der Schrank ist unverschlossen und frei zugänglich.

Vor einer Woche haben Sie Frau Michels in einer Cocktailbar getroffen, wo sie erkennbar betrunken war. Am nächsten Tag hat sie sich gegen 12.30h krank gemeldet. Laut Dienstvereinbarung hätte sie dies bis 10.00h tun müssen.

Frau Michels wirkt zunehmend müde und unkonzentriert. Sie erledigt ihre Aufgaben mit einer hohen Fehlerquote, die Sie allerdings bis jetzt nicht dokumentiert haben. Da Ihnen Frau Michels am Herzen liegt, haben Sie in zwei Fällen eklatante Fehler stillschweigend korrigiert und nicht gemeldet.

Vor zwei Tagen hat sich Frau Michels –ohne Angaben von Gründen- kurz vor Abgabe einer Terminarbeit krank gemeldet. Sie hat Ihnen keinerlei Unterlagen übergeben. Ihnen drängt sich der Verdacht auf, dass das Projekt überhaupt nicht bearbeitet wurde.

An diesem Morgen erscheint Frau Michels. Sie wirkt müde und ausgezehrt. Sie können allerdings keinen Alkoholgeruch im Atem feststellen. 

Führen Sie das Gespräch mit Frau Michels.

Vorgaben:

1)      Der Verstoß gegen das Alkoholverbot rechtfertigt eine Abmahnung. Sie sind nicht befugt dazu und müssten den Fall der Personalabteilung melden.

2)      Frau Michels hat seinerzeit ihren Arbeitsplatz nur unter dem Vorbehalt behalten, dass sie nicht erneut rückfällig wird.

3)      Die nicht abgegebene Terminarbeit ist bis dato nicht bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass die GF mit Ihnen – bei Kenntnisnahme – Rücksprache nehmen und Sie dafür verantwortlich machen wird.   

4)      Frau Michels arbeitet ansonsten systematisch, zuverlässig und guten Arbeitserfolgen.

 

 Vorbereitungszeit: 25 Minuten, Gesprächsdauer: bis zu 20 Minuten

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