Bewerberauswahl – Letzter Teil

Die eigentlichen Bewerbungsgespräche stehen an. Ihnen verbleibt im Durchschnitt eine Stunde Zeit um herauszufinden, wer vor Ihnen sitzt, wie er denkt und wie er sich in ihr Unternehmen einfügen wird. Möglicherweise lassen Sie ergänzend eine Arbeitsprobe fertigen – und bewerten diese zusätzlich zum Vorstellungsgespräch.

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Sie müssen sich im Vorfeld entscheiden, ob Sie ein kurzes Warm-up möchten; dieses kann die Situation für den Kandidaten leichter machen und ihn zur Höchstleistung führen. Wer unmittelbar in medias res geht, blockiert auch schon mal den ein oder anderen Bewerber. Fingerspitzengefühl ist gefragt, schließlich wollen Sie sich ja nicht Chancen auf den besten Arbeitnehmer verbauen.

Ratsam ist jedenfalls eine Bezugnahme auf die Bewerbungsmappe. Lassen Sie sich Zeugnisse erklären oder Tätigkeiten und Begebenheiten aus vergangenen Berufsverhältnissen schildern. Dies ist in aller Regel sinnvoller als die Abfrage der oftmals verwendeten Standardfragen. Gut präparierte Bewerber haben diese Fragen geübt und können häufig vorbereitete und gezielte Antworten geben.

Vorstellungsgespräche sind vergleichbar mit dem bayrischen Fingerhakeln. Sie müssen so lange ziehen, bis sie wissen, wie die Kandidatin tatsächlich ist – und das kann dauern. Wenn Sie es am Ende des Vorstellungsgespräches übrigens immer noch nicht wissen: Lassen Sie die Finger davon, denn Sie wollen doch einen authentischen Menschen, oder? Ziehen Sie im Übrigen zu Beginn freundlich und vorsichtig am Finger – und erhöhen Sie die Zugkraft nur, wenn dies nötig ist.

Nützt Ihnen ein vorbereiteter Fragenkatalog? In der Regel nicht, Flexibilität ist das, was Sie beherrschen sollten. Mit den speziellen Techniken kommen Sie aber in aller Regel dazu, das abzufragen, was für Sie wichtig und stellenbezogen ist.

Und der Ausklang? Geben Sie eine kurze Einschätzung, was Ihnen gefallen – und was Ihnen nicht gefallen hat, aber schließen Sie immer mit einer positiven Bemerkung und Ihrem Dank, und händigen Sie keinesfalls – mag die Bewerberin so schlecht gewesen sein, wie es kaum vorstellbar ist – die Bewerbungsmappe im Anschluss ans Gespräch aus. Eine Rücksendung nach vorzugsweise 14 Tagen ist empfehlenswert.

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