Mit ‘Arbeitsgericht’ getaggte Artikel

Pfandbons

Mittwoch, 16. Juni 2010

Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts zum Themenkomplex Zerstörung der Vertrauensbasis - Abmahnung – außerordentliche Kündigung – ist gerade veröffentlicht worden. Inhaltlich beschäftigt sich das Urteil mit dem aufkommenden Phänomen der Bagatellkündigung – gerade auch bei Arbeitnehmern, bei denen eine lange Betriebszugehörigkeit vorlag.

Die Entscheidung ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert und – wegen der Frequenz und Aktualität der Ereignisse – in voller Länge aufgeführt. Vorsicht ist allerdings geboten. Wenn man das Urteil liest und zu dem Schluss kommt, Bagatelldiebstähle rechtfertigten keine Kündigung, irrt man. Es kommt ganz entscheidend auf die Umstände des Einzelfalls an.  

80 Cent

Mittwoch, 12. Mai 2010

Das Arbeitsgericht Reutlingen hat einer Kündigungssschutzklage eines Arbeitnehmers statt gegeben, dem wegen der unerlaubten Weitergabe einer Essensmarke im Wert von 80 Cent gekündigt worden war. Der Arbeitgeber hatte argumentiert, dass das Vertrauensverhältnis zerstört sei, der geringe Schaden sei kein Grund von einer Kündigung abzusehen. Dem ist das erkennende Gericht nicht gefolgt. Der Arbeitnehmer habe sein Fehlverhalten unmittelbar eingeräumt, das Vertrauensverhältnis sei nicht nachhaltig zerstört. Der Arbeitgeber überlegt nun, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Arbeitsverträge – Inhalt und Wirkung Teil 2

Donnerstag, 11. März 2010

Im zweiten Teil dieses Artikels beschäftigen wir uns zunächst mit der Frage, welche Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche festgelegt worden sind. In vielen Fällen gibt es bereits tarifliche Regelungen oder gültige Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die diese Problematik abschließend klären. Das ist aber nicht immer so.

Häufig findet sich eine Formulierung, dass alle Überstunden mit dem Gehalt als abgegolten gelten. Ganz abgesehen von der Kollision mit möglichen arbeitszeitrechtlichen Schutzbestimmungen, dürfte eine derartig pauschalierte Formulierung einer arbeitsgerichtlichen Inhaltskontrolle nicht stand halten. Ebenso häufig findet sich die ähnlich angreifbare Vereinbarung, dass Überstunden ab einer gewissen Grenze einfach gekappt werden. Man hat also – im Prinzip – umsonst gearbeitet. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tun gut daran, klare und rechtssichere Regelungen und Vereinbarungen zu treffen.

Unzulässige Kündigung

Donnerstag, 28. Januar 2010

Der Fall, in dem ein Arbeitnehmer wegen Stromdiebstahls gekündigt wurde (vgl. Artikel vom 02.09.2009 auf diesem Blog), ist entschieden. Die Kündigung war nach Auffasung des erkennenden Gerichts nicht gerechtfertigt, da der Arbeitnehmer zuvor hätte abgemahnt werden müssen. Ob bei zuvor erfolgter Abmahnung die Kündigung rechtmäßig gewesen wäre und somit der Verlust weniger Cent für eine verhaltensbedingte Kündigung ausgereicht hätte, hat das Gericht offen gelassen.

Das Arbeitszeugnis – Teil 1

Montag, 30. November 2009

In rauen Wirtschaftszeiten mit hohen Arbeitslosenzahlen und häufigeren Stellenwechseln gewinnt ein qualitativ hohes Arbeitszeugnis immer mehr an Wert. Gleichzeitig gewinnen Referenzen an Bedeutung und Arbeitnehmer sollten tunlichst beizeiten darauf drängen, die von ihnen ausgeführte Tätigkeit mittels eines gesonderten Stellenprofils oder einer exakten Beschreibung nachweisen zu können.

Ihr Zeugnis - ein sonniger Blick?

Ihr Zeugnis - ein sonniger Blick?

Kaum ein Bereich der Arbeitswelt ist so von falschen Vorstellungen und Ängsten durchzogen wie eben gerade der oben genannte Bereich. Geheimcodes, versteckte Botschaften, verklausulierte Abwertungen, all dies fürchten Arbeitnehmer. Zu Recht?

Bossing – Eine neue Tendenz?

Dienstag, 24. November 2009

Es beginnt mit der Verweigerung eines Willkommensgrußes. Man bekommt Arbeiten zugewiesen, die einen permanent unterfordern, dann aber einen riesigen Berg schwierigster Aufträge hingelegt, die man sofort erledigen soll. Man wird nicht zu den obligatorischen Kaffeerunden eingeladen – oder noch schlimmer: ausgeladen. Ich habe neulich eine Seminarankündigung gelesen, in der Mobbing als Auftakt zu einer Lebensveränderung und somit als Chance zu begreifen ist. Nun ja.

Betroffene sehen das ganz anders. Im schlimmsten Fall gehen die wiederholenden Demütigungen vom Vorgesetzten aus, im momentan gültigen Sprachgebrauch nennt man dies “Bossing“.  Abmahnungen wegen Nichtigkeiten, Kündigungsandrohungen, Kündigungen – einhergehend mit schikanösem Verhalten sind die Regel.  Betroffene werden zermürbt, vermeintliche Schlichtungsgespräche zwischen den Parteien helfen nicht, sondern dienen oftmals eher der Bestandsaufnahme, wie fertig der Kollege bereits ist.