Mit ‘Kündigung’ getaggte Artikel

Mitarbeitergespräche – wann welches?

Samstag, 19. November 2011

Jahresgespräch, Kritikgespräch, Mitarbeitergespräch, Leistungsbewertung, kollegialer Ratschlag, Ermahnung, Abmahnung … Es gibt eine große Palette verschiedenster Gespräche in der Arbeitswelt. Leider werden diese immer wieder nicht den Regeln der Kunst entsprechend geführt. Schnell wird im Jahresgespräch nach der Zielvereinbarung noch eine Kritik geäußert, wird im Motivationsgespräch noch ein Jahresrückblick vollzogen und werden die scharfen Grenzen zwischen kollegialem Ratschlag und Ermahnung einerseits und Ermahnung und Abmahnung andererseits verwischt.

Wir empfehlen grundsätzlich eine strikte Trennung dieser sich überschneidenden Bereiche. Den Teilnehmern muss im Vorfeld der Rahmen, die Wirkung und der Anlass des Gesprächs klar sein. Wer sich unvorbereitet in schwierige Themen hinein manövriert sieht, wird kaum adäquat reagieren können.

Loyalitätsprinzip

Sonntag, 05. September 2010

Wenn Sie in einem Jobinterview gefragt werden, wie die jetzige Situation in Ihrer Firma ist – oder ob es in der Vergangenheit schon einmal Schwierigkeiten gegeben hat, dann ist Vorsicht angezeigt. Keinesfalls dürfen Sie jetzt Ihr Herz ausschütten und Interna, vor allem keine negativ behafteteten, preis geben. Loyalität gegenüber Ihren alten Arbeitgebern ist ein durch nichts zu erschütterndes Grundprinzip.

Zugegeben, es ist verlockend. Endlich kann man einmal über Missstände sprechen, darüber referieren, dass die eigenen guten Ideen nicht umgesetzt wurden und der Arbeitgeber wirklich besser daran getan hätte. Und wenn man so richtig schön in Schwung ist, kommt vielleicht auch der ein oder andere Vorgesetzte schlecht weg. Ihr Vorstellungsgespräch ist übrigens an diesem Punkt beendet. Mit absoluter Sicherheit bekommen Sie die Stelle nicht.

Pfandbons

Mittwoch, 16. Juni 2010

Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts zum Themenkomplex Zerstörung der Vertrauensbasis - Abmahnung – außerordentliche Kündigung – ist gerade veröffentlicht worden. Inhaltlich beschäftigt sich das Urteil mit dem aufkommenden Phänomen der Bagatellkündigung – gerade auch bei Arbeitnehmern, bei denen eine lange Betriebszugehörigkeit vorlag.

Die Entscheidung ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert und – wegen der Frequenz und Aktualität der Ereignisse – in voller Länge aufgeführt. Vorsicht ist allerdings geboten. Wenn man das Urteil liest und zu dem Schluss kommt, Bagatelldiebstähle rechtfertigten keine Kündigung, irrt man. Es kommt ganz entscheidend auf die Umstände des Einzelfalls an.  

80 Cent

Mittwoch, 12. Mai 2010

Das Arbeitsgericht Reutlingen hat einer Kündigungssschutzklage eines Arbeitnehmers statt gegeben, dem wegen der unerlaubten Weitergabe einer Essensmarke im Wert von 80 Cent gekündigt worden war. Der Arbeitgeber hatte argumentiert, dass das Vertrauensverhältnis zerstört sei, der geringe Schaden sei kein Grund von einer Kündigung abzusehen. Dem ist das erkennende Gericht nicht gefolgt. Der Arbeitnehmer habe sein Fehlverhalten unmittelbar eingeräumt, das Vertrauensverhältnis sei nicht nachhaltig zerstört. Der Arbeitgeber überlegt nun, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Arbeitsverträge – Inhalt und Wirkung Teil 2

Donnerstag, 11. März 2010

Im zweiten Teil dieses Artikels beschäftigen wir uns zunächst mit der Frage, welche Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche festgelegt worden sind. In vielen Fällen gibt es bereits tarifliche Regelungen oder gültige Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die diese Problematik abschließend klären. Das ist aber nicht immer so.

Häufig findet sich eine Formulierung, dass alle Überstunden mit dem Gehalt als abgegolten gelten. Ganz abgesehen von der Kollision mit möglichen arbeitszeitrechtlichen Schutzbestimmungen, dürfte eine derartig pauschalierte Formulierung einer arbeitsgerichtlichen Inhaltskontrolle nicht stand halten. Ebenso häufig findet sich die ähnlich angreifbare Vereinbarung, dass Überstunden ab einer gewissen Grenze einfach gekappt werden. Man hat also – im Prinzip – umsonst gearbeitet. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tun gut daran, klare und rechtssichere Regelungen und Vereinbarungen zu treffen.

Unzulässige Kündigung

Donnerstag, 28. Januar 2010

Der Fall, in dem ein Arbeitnehmer wegen Stromdiebstahls gekündigt wurde (vgl. Artikel vom 02.09.2009 auf diesem Blog), ist entschieden. Die Kündigung war nach Auffasung des erkennenden Gerichts nicht gerechtfertigt, da der Arbeitnehmer zuvor hätte abgemahnt werden müssen. Ob bei zuvor erfolgter Abmahnung die Kündigung rechtmäßig gewesen wäre und somit der Verlust weniger Cent für eine verhaltensbedingte Kündigung ausgereicht hätte, hat das Gericht offen gelassen.